St. Gallenkirch: Talort zwischen Ill und Bergwelt
St. Gallenkirch liegt im Hochmontafon zwischen Silvretta und Verwall. Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile St. Gallenkirch und Gortipohl sowie die Höhenlage Garfrescha. Die beiden Dörfer liegen auf unterschiedlichen Höhen: St. Gallenkirch auf 878 Metern, Gortipohl auf 950 Metern. Zusammen bilden sie einen langgestreckten Siedlungsraum entlang der Ill und der Talstraße. St. Gallenkirch liegt im oberen Montafon; Gaschurn und Schruns schließen die Ortsfolge im Tal an.
Wege zwischen den Dörfern
Der Illweg führt vom Ortszentrum St. Gallenkirch über Gortipohl bis zur Talstation der Garfrescha-Bahn. Der beschriebene Abschnitt ist 3,29 Kilometer lang und folgt dem Fluss durch den Talboden. Eine längere Wanderverbindung setzt den Weg über Gortipohl bis ins Zentrum von Gaschurn fort. Diese Route ist 7,25 Kilometer lang, weist 155 Höhenmeter im Aufstieg und 53 im Abstieg auf und wird als kinderwagentauglich beschrieben. Der Weg erschließt so drei Siedlungskerne und verbindet sie mit den Talstationen der Bergbahnen. Der Verlauf entlang der Ill zeigt, wie dicht beieinander Dorfwege, Radweg und landwirtschaftlich genutzte Flächen liegen.
Garfrescha und die Maisäßlandschaft
Garfrescha liegt oberhalb des Talbodens und steht mit den höher gelegenen Maisäßen in Verbindung. Diese historischen Bergsiedlungen gehörten zur traditionellen Dreistufenlandwirtschaft des Montafons: Die Bewirtschaftung wechselte im Jahreslauf zwischen den Höfen im Tal, den Maisäßen und den Alpen. Die Grasjochbahn verbindet das Hochjoch mit der Silvretta und öffnet einen weiteren Zugang in die Höhenräume. Mehr als 120 Kilometer markierte Wanderwege verteilen sich in der Gegend von St. Gallenkirch-Gortipohl. Dadurch reicht das Wegenetz vom flachen Talweg bis zu Bergpfaden zwischen den Gebirgsgruppen.
Schafzucht und regionale Kultur
Zum kulturellen Erbe zählt das Montafoner Steinschaf, eine seltene regionale Schafrasse, deren Zucht in St. Gallenkirch weiterhin gepflegt wird. Die Tiere gehören zur alpinen Kulturlandschaft, die durch Maisäßhütten, Weideflächen und saisonale Bewirtschaftung entstanden ist. Die Verbindung von Landwirtschaft und Höhenstufen erklärt die besondere Verteilung der Siedlungen im Hochmontafon.