Gaschurn: Bergdorf am Eingang zur Silvretta
Gaschurn liegt im Hochmontafon am Oberlauf der Ill. Die Silvretta begrenzt den Talraum im Süden; der Blick von den Siedlungsflächen führt zu den hochalpinen Gipfeln und Seitentälern. Zur Gemeinde gehören auch die höher gelegene Ortschaft Partenen und Landschaftsräume wie das Europaschutzgebiet Wiegensee. Anders als das Marktzentrum Schruns liegt Gaschurn im oberen Tal; beide gehören zum Montafon.
Ortskern und Kapellen
Die Pfarrkirche, das Montafoner Alpin- und Tourismusmuseum und die Maria-Schnee-Kapelle erzählen unterschiedliche Aspekte der Ortsgeschichte. Die Kapelle stammt aus dem 17. Jahrhundert und liegt nahe dem Illtal. Das Museum dokumentiert, wie sich Tourismus und alpine Erschließung im Hochmontafon entwickelt haben. Zwischen Gaschurn und Partenen führt die Straße tiefer in die Silvretta; die Höhenstufen der Gemeinde reichen damit vom bewohnten Talboden zu hoch gelegenen Berglandschaften.
Wasser und technische Geschichte
Die Ill begleitet Wege durch den Talboden. Eine Dörferwanderung Richtung St. Gallenkirch nutzt eine historische Bahntrasse, auf der während der Kraftwerksbauzeit eine Illwerke-Schmalspurbahn verkehrte. Sie war von 1928 bis 1953 in Betrieb und diente dem Transport im Zusammenhang mit den Kraftwerksanlagen. Heute bildet der ehemalige Trassenraum eine Verbindung zwischen den Dörfern. Eine Langlaufloipe vom Feuerwehrhaus Gaschurn nach St. Gallenkirch bindet im Winter weitere Loipenrunden an.
Silvretta und Wiegensee
In Partenen kamen mit dem Ausbau der Silvretta-Wasserkraftanlagen Hunderte Arbeiter ins Tal. Materialbahnen, Schrägaufzüge und Höhenbahnen transportierten Baumaterial zu den Anlagen. Das 1931 fertiggestellte Vermuntwerk war damals Österreichs größtes Wasserkraftwerk. Auch die Europatreppe 4000 entstand als Versorgungs- und Wartungsweg: Rund 3.600 Stufen führen entlang der Vermuntbahn bergwärts. Von Partenen führt die Silvretta-Hochalpenstraße über 34 Kehren zur Bielerhöhe. Auf Vorarlberger Seite ist sie nach Felsstürzen und Murenabgängen gesperrt; umfangreiche Sicherungsmaßnahmen sind vorgesehen.
Im Gemeindegebiet treffen Energiewirtschaft, Naturschutz und Bergtourismus aufeinander. Der Wiegensee ist als Europaschutzgebiet ausgewiesen und steht für eine besondere Moor- und Gewässerlandschaft am Rand der Silvretta. Die Bergwelt von Partenen und die Wege entlang der Ill zeigen sehr unterschiedliche Landschaftsräume innerhalb derselben Gemeinde. Tschagguns setzt im mittleren Tal einen eigenen Schwerpunkt mit Maisäßlandschaft und Dreistufenlandwirtschaft.