Raggal: Walserdorf zwischen Bergkämmen und Lutz
Raggal liegt auf einer Hangterrasse im Großen Walsertal und verbindet eine lange Siedlungsgeschichte mit einer markanten Berglandschaft. Zur Gemeinde gehören auch Marul und weitere Ortsteile; Hoher Fraßen, Rote Wand, Kellaspitze und Gamsfreiheit bilden wichtige landschaftliche Bezugspunkte. Der Name Raggal geht auf das rätoromanische Wort „runcale“ für Rodung zurück und verweist auf die frühe Erschließung des Landes. Im Großen Walsertal liegen auch Fontanella und Blons, deren Siedlungslagen andere Höhenstufen der Biosphärenparkregion zeigen.
Von frühen Höfen zur Walsergemeinde
Rätoromanische Bauern siedelten nach örtlicher Überlieferung zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert im Tal. Im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert kamen Walser Bergbauern hinzu. Orts- und Flurnamen bewahren Spuren beider Siedlungsphasen. Raggal wurde zugleich zu einem Ausgangspunkt für die weitere Besiedlung des hinteren Tales. 1397 verlieh Graf Hartmann von Werdenberg den Walsern im Tal ein eigenes Gericht; 1422 wurde es bestätigt. Raggal und Sonntag bildeten seinen örtlichen Gerichtsbezirk; die Ammänner hielten in Garsella Gericht.
Raggal und Marul in der Berglandschaft
Das Gemeindegebiet reicht vom Dorf Raggal in Hanglage bis zu den Bergbereichen rund um Marul. Die Lutz und ihre Seitentäler formen den Landschaftsraum, während Wege zu Alpen und Aussichtspunkten führen. Die Rote Wand erreicht 2.704 Meter und ist über Marul-Laguz erreichbar; der Gipfel ist die höchste Erhebung des Großen Walsertals. Der Hohe Fraßen erhebt sich ebenfalls über Raggal, während Kellaspitze und Gamsfreiheit weitere markante Punkte der Gemeinde sind. Marul und verstreute Parzellen bilden neben dem Dorfkern eigenständige Siedlungsbereiche an den Bergflanken. Raggal gehört zu den sechs Gemeinden der REGIO Großes Walsertal.
Ein Ort für Geschichte und Natur
Das Gemeindewappen vereint drei Bergspitzen, ein Mühlrad und Rodungswerkzeuge. Die Gipfel verweisen auf die umgebende Bergwelt, das Mühlrad auf die Nutzung der Wasserkraft und die Werkzeuge auf die Arbeit, durch die Siedlungsflächen erschlossen wurden. So greift das Wappen sowohl landschaftliche Merkmale als auch die im Ortsnamen bewahrte Rodungsgeschichte auf.