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Fontanella: Walserkultur am Sonnenbalkon

Fontanella liegt am südlichen Abhang des hinteren Walserkamms und ist als Streusiedlung angelegt. Der Kirchberg bildet das Zentrum; Höfe und Weiler verteilen sich über die Hangparzellen. Die Parzellen Seewald, Garlitt, Mittelberg und Türtsch liegen östlich und westlich des Kirchbergs und sind durch Tobel getrennt. Faschina liegt auf 1.486 Metern am gleichnamigen Joch zwischen Bregenzerwald und Großem Walsertal. Fontanella liegt im Großen Walsertal; Blons und Raggal liegen in anderen Abschnitten des Tales.

Walser Besiedlung und Landwirtschaft

Walser Kolonisten besiedelten Fontanella im 14. Jahrhundert. Sie kamen über Graubünden, Laterns und Damüls in die Gegend. Die hochalemannische Walsermundart bewahrt Spuren dieser Herkunft. Als „Musikantendorf“ ist Fontanella zudem mit Musik und Gesang verbunden, die zur überlieferten Walserkultur gehören. Viehzucht und Milchwirtschaft ergänzten den Anbau von Korn, Flachs und Hanf sowie die Schafhaltung. Der Ortsname geht auf die romanische Form „fontana“ für Quelle zurück. Die landwirtschaftliche Selbstversorgung prägte lange die verstreuten Höfe und Weiler. Mit dem Bau der Talstraße 1885 konnten Erzeugnisse leichter zu den Märkten gebracht werden; der Anschluss verringerte die Abgeschiedenheit der einzelnen Hoflagen und erleichterte den Handel mit dem Tal.

Faschina und Pflanzenwelt

Faschina liegt am Faschinajoch oberhalb des Kirchbergs und bildet eine hoch gelegene Parzelle der Gemeinde. Am nördlichen Rand des Biosphärenparks verläuft der Blumen-Wander-Lehrpfad über einen Grat am Hahnenkopf. Die Runde ist 1,2 Kilometer lang und weist 85 Höhenmeter auf. Informationstafeln erläutern die Flora; im Gebiet wachsen über 150 Pflanzenarten. Der Weg erschließt eine alpine Pflanzenwelt, die sich von den tiefer gelegenen Höfen und Weilerlagen unterscheidet.

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Erinnerungszeichen am Faschinapass

Seit 2013 steht im Dorfzentrum und auf dem Faschinapass ein Erinnerungszeichen an Kriegsgefangene und Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die von 1942 bis 1945 neben und mit der Dorfbevölkerung lebten. Der Vorarlberger Künstler Hubert Lampert entwarf und fertigte das Zeichen. Seine beiden Standorte verknüpfen den Gemeindekern mit dem Hochpunkt am Faschinajoch. Das Denkmal ergänzt die ältere Walsergeschichte um ein Kapitel des Zweiten Weltkriegs.