Rappenlochschlucht: Naturgewalt und Technikgeschichte bei Dornbirn
Wasser hat sich tief in den Fels geschnitten: In der Rappenlochschlucht bei Dornbirn rücken Gestein, Strömung und die Kraft der Landschaft nah zusammen. Der Weg beginnt im Gütle und führt durch die enge Schlucht zum Staufensee. Auf einem neuen Steig am Schluchtrand und an der Felswand öffnen sich Blicke in den Einschnitt und auf die Spuren des Felssturzes von 2011. Faltungen im Gestein und Versteinerungen erzählen von Ablagerungen in einem urzeitlichen Meer und der späteren Auffaltung der Alpen.
Schlucht, See und Kraftwerk
Am Ende der Rappenlochschlucht liegt der Staufensee auf rund 600 Metern Seehöhe. Ein Rundweg führt am Ufer entlang; Waldstücke und Wasser begleiten den Weg. Am südlichen Seeufer steht das Kraftwerk Ebensand, ein Laufkraftwerk, das 1899 in Betrieb ging. Damit verbindet sich Naturbeobachtung mit Technikgeschichte: Die Wasserkraft der Dornbirner Ache wird hier zur Stromerzeugung genutzt. Wer mehr Zeit für die Umgebung einplant, kann die Natur- und Landschaftserlebnisse in Vorarlberg mit einem Aufenthalt in Dornbirn verbinden.
Eine Tour mit ausgesetzten Abschnitten
Die Rundwanderung ab Gütle führt durch die Schlucht zum See und auf demselben Weg zurück. Die Rundwanderung ist vier Kilometer lang, dauert rund eineinhalb Stunden und hat mittlere Schwierigkeit. In der Schlucht gibt es steile und ausgesetzte Abschnitte; bei Nässe können Fels, Stufen und Wege rutschig sein. Trittsicherheit und Aufmerksamkeit sind deshalb wichtig. Die Strecke ist nicht barrierefrei. Rappenloch und Alploch sind in den Wintermonaten aus Sicherheitsgründen gesperrt und werden im Frühjahr nach Felsräumungsarbeiten freigegeben.
Ausgangspunkt Gütle
Der Einstieg liegt im Dornbirner Gütle; vom Bahnhof fährt die Landbus-Linie 177 bis zur Haltestelle Gütle. Von dort sind es ungefähr zehn Minuten zu Fuß bis zur Schlucht. So lässt sich die Tour nach dem eigenen Rhythmus gestalten: mit genauer Aufmerksamkeit für die Geologie, einer Rast am Wasser oder dem kulturgeschichtlichen Abstecher zum Kraftwerk. Die Region Bodensee–Vorarlberg bietet dazu den größeren landschaftlichen Rahmen für einen Aufenthalt im westlichen Vorarlberg.