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Nenzing: Talgeschichte zwischen Ill und Rätikon

Nenzing liegt auf dem Schwemmkegel der Meng im Walgau. Der Ortskern und die umliegenden Ortsteile reichen von der Talsohle in ausgedehnte Wald- und Berggebiete. Der Name Nenzing ist 820 erstmals überliefert. Auf Stellfeder errichteten die Römer im 4. Jahrhundert ein Kastell; die Lage bot einen Wach- und Aussichtspunkt über den Walgau. Die Nachbargemeinde Frastanz liegt am westlichen Ausgang des Tales; Frastanz, der Walgau und die Alpenregion Bludenz bilden den geografischen Rahmen für den Ort.

Archäologie und Ortsgeschichte

Unterhalb des Chorraums der Pfarrkirche wurden Fundamente eines Gotteshauses aus dem frühen 6. Jahrhundert gefunden. Der heutige Ortskern steht damit an einem Platz mit sehr früher kirchlicher Geschichte. 1633 brannte ein großer Teil des Dorfes einschließlich der Kirche nieder. Weitere Großbrände folgten 1724 und 1895 und beeinflussten den Wiederaufbau. Die Burg Ramschwag über dem Walgau wurde 1405 zerstört; ihre Ruine erinnert an die mittelalterliche Machtstellung der Burg im Tal. Der Scheibenstuhl gilt nach den Ausgrabungen von 2005 bis 2008 als archäologischer Brandopferplatz. Bis ins 19. Jahrhundert lebte die Bevölkerung vorwiegend von der Landwirtschaft. Später entstanden Spinnerei, Kupferhammerwerk und Stickereibetriebe. Die Eisenbahn zwischen Bludenz und Lindau brachte ab etwa 1872 einen wirtschaftlichen Wandel; mit der Eröffnung der Arlbergbahn 1884 wurde auch der Rohstoffbezug erleichtert.

Meng und Gamperdonatal

Die Meng entspringt im Süden der Alpe Nenzinger Himmel und durchfließt das rund 18 Kilometer lange Gamperdonatal bis zur Ill. Die Galina entwässert westlich von Beschling ein eigenes Seitental. Das Gamperdonatal zieht südlich des Dorfes in den Rätikon. Wald, Wasserläufe und Bergflanken prägen diesen langen alpinen Einschnitt, dessen Gewässer den Schwemmkegel am Ausgang mitgeformt haben.

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Alpe Nenzinger Himmel

Die Alpe Nenzinger Himmel, auch Gamperdond genannt, liegt im oberen Gamperdonatal auf 1.366 Metern, weit oberhalb des Dorfes. Im Gamperdonatal liegen der Stüba-Wasserfall, der Hirschsee und die Wallfahrtskapelle Kühbruck. Die Gegend ist zugleich Lebensraum für eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Der hoch gelegene Bereich gehört zum Süden der weitläufigen Gemeinde und zeigt den Höhenunterschied zwischen dem Siedlungsraum im Walgau und den Alpen am Rätikon.